Es kommen immer mehr Fragen zum WBU bei mir an und ich nutze mal die Möglichkeit, hier noch ein paar wichtige Tipps zu geben, die man bei der Planung berücksichtigen sollte und die nicht in der ersten Infomail standen.
- Es wird eine lange Nacht! Ab 17:00 Uhr beginnt die Dämmerung und um 18:00 Uhr ist es dunkel. Die Sonne wird nicht vor 8:00 Uhr aufgehen. Ihr müsst also einplanen, 14 Stunden in Dunkelheit zu laufen – das sollte man vorher auf jeden Fall mal für 3-6 Stunden trainieren. Eine zweite Kopflampe ist keine schlechte Idee!
- Es wird kalt! Tagsüber hatten wir in den vergangenen Jahren beim WBU immer um die 13-15 Grad. Ideales Laufwetter. Aber in der Nacht zieht die Kälte ins Tal und 2-5 Grad sind durchaus möglich – Es ist Anfang November! In der Sporthalle ist es zwar schön warm, kommt man aber aus der Pause zurück, kann die Kälte echt ein „Killer“ sein. Im Zelt hilft ein Gas-Heizstrahler, um es schön gemütlich zu machen. Eine dicke Jacke und eine Decke sind echte Tipp für die Pausen!
- Bergauf gehen ist auf jeden Fall ratsam – aber auch die steilen Passagen bergab, kann man getrost gehen, um die Muskulatur zu schonen. Lauft die Passagen, die kaum Steigung haben oder nur leicht bergauf oder bergab gehen. Teilt euch in den ersten Runden die Strecke ein und entwickelt eine feste Routine, wo man läuft und wo man geht.
- „Tempo tötet“ Hat man plötzlich in Runde 12 das Gefühl, dass die Beine noch frisch sind und man legt eine tiefe 40er Runde hin, um den anderen zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat, kann man ein baldiges DNF einplanen. Das Prinzip einer Sanduhr, aus der die Körner möglichst langsam und gleichmäßig rieseln, gilt auch für deine Kraft bei einem Backyard.
- Toilettenzeiten! Um Zeit während der Pause zu sparen, plane Toilettenzeiten ein. Es gibt zwei Keramikstationen unterwegs an der Strecke, die du – ohne Zeitdruck – nutzen kannst. Für das „kleine Geschäft“ kann man auch unterwegs an vielen Stellen abseits der Strecke austreten – das ist völlig regelkonform.
- Keine Experimente beim Essen. Esst, was ihr vertragt, testet vorher, was ihr essen könnt und was nicht. Unsere Versorgung besteht aus den grundsätzlichen Dingen, die der Körper so braucht, wenn er Leistung bringen muss (Wasser, Süßes, Salziges, Kohlenhydrate, Eiweiß..). Testet eigenes ISO-Pulver und Gels vorher in euren Trainigsläufen.
- Besser haben als Brauchen! Nehmt Wechselklamotten mit und davon lieber zu viel als zu wenig. Im letzten Jahr hatten wir lange Regenphasen. Wer dann keine trockenen Socken, Schuhe, Unterwäsche usw hat, sieht sich schnell vor einem DNF stehen.
- Ladekabel, Powerbanks, eine eigene Batterie, Lampen…. Wer im Zelt pausiert, muss vorbereitet sein. Es gibt zwar Strom, aber wer garantiert schon, dass der immer verfügbar ist?
- Ist es ein Vorteil in der Halle zu sein oder ist ein eigenes Camp draußen besser? Da gibt es keinen Unterschied. 2025 waren von den vier letzten Läufern 2 in der Halle und 2 draußen im Zelt. Vorteil Zelt: Man hat alles vor Ort, was man eingeplant hat, ist abgeschottet in der Pause (mehr Ruhe) und schneller an der Startlinie. Vorteil Halle: Es ist warm, beleuchtet, es gibt durchgehend irgendeine Versorgung durch uns und man kann sich mit Leuten unterhalten. Bedenkt, dass ihr den Platz räumen müsst, wenn ihr aus dem Rennen geht. Ein Wechsel des Camps von draußen nach drinnen und umgekehrt ist immer möglich, wenn man es (oder die Crew) organisiert bekommt.
- Ihr wollt mehr als 15-20 Runden – gehen, vielleicht sogar bis es nicht mehr geht und auf Strecke scheitern? Dann braucht ihr eine Crew (1-3 Personen), die euch ohne Gnade und Gewissen immer wieder an die Starlinie stellt und euch versorgt, wenn ihr im Camp seid.
- Wer Freitag schon anreist, kann gern vor Ort kostenlos übernachten (Im Zelt, im Camper) und auch in der Halle. Aber bedenkt: In der Halle seid ihr nicht alleine in der Nacht und einen ruhigen Schlaf kann euch keiner garantieren. Ab 6:00 Uhr beginnt am Samstag die Startnummernausgabe und der Trubel beginnt.
- Rücksicht und Weitsicht! Jeder trägt mit seinem oder ihrem Verhalten zum Gelingen bei. Hinterlasst die WCs so, wie ihr sie gern vorfinden möchtet, entsorgt Müll, bleibt nicht in Gängen stehen, habt Geduld mit dem Orga-Team und lasst das ein oder andere freundliche Wort fallen. Unsere HelferInnencrew besteht aus freiwilligen Menschen, die ihre Unterstützung ehrenamtlich machen. Ohne diesen Einsatz, könnten wir keinen WBU machen.

